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Attempts on Her Life
- Angriffe auf Anne -
von Martin Crimp – Deutsch von Falk Richter
im Rowohlt Theater Verlag

Koproduktion mit den hannoverschen Kammerspielen

Die Produktion wird gefördert von der Landeshauptstadt Hannover, dem Land Niedersachsen und der Stiftung Niedersachsen

Premiere am 3. Juni 2009, 20:00 Uhr  - Wiederaufnahme ab dem 13. November 2009 - jetzt reservieren

Die deutsche Übersetzung dieses - auch zehn Jahre nach seinem Erscheinen aktuellen - Theatertextes durch Falk Richter ist großartig – Der Titel allerdings ist unübersetzbar: „Attempts on Her Life“ kann heißen „Versuche über-“ oder „Anschläge auf ihr Leben“

Anne oder Annie oder Ann oder Anny oder Anushka? Martin Crimp lässt sie – eine oder viele? - auferstehen aus dem Chaos von Beobachtungsfragmenten im ganz wirklichen Leben. Sie spiegeln die Gegenwart bzw. die allerjüngste Zeitgeschichte wieder – sozialer oder politischer Realismus ist das Stück aber nicht. Es rettet vielmehr die Splitter individuellen Lebens aus der Überfülle der Abbilder von fiktiver Wirklichkeit in Fernsehserien und Werbespots, aus den zur Pseudofiktion entfremdeten Nachrichten über grauenvoll wirkliche Kriegsschauplätze, aus den spießig-sentimentalen oder cool-arroganten Selbststilisierungen alltäglichen smalltalks. Das Stück wildert in Alltags-Texten und es macht zugleich spürbar, dass der Versuch, Individualität zu „fixieren“ immer auch aggressiv ist.
Siebzehn „kaleidoskopartige Szenarien“ fügen sich zu einem musikalisch-rhythmisch durchkomponierten Theatertext, der sich überlagernde Spuren von Lebens-Geschichten verfolgt. Es ist ein Text über den Versuch, Lebensgeschichten zu erzählen; darüber, dass jedem solchen Versuch ein Scheitern innewohnt, was wieder einen neuen Versuch hervorruft - suchend, verspielt, liebevoll, aggressiv, brutal, dreist, sinnlich, komisch, traurig, satirisch und geheimnisvoll; ein Text, der provoziert und unterhält; ein Text, der von denjenigen erzählt, die solche Versuche unternehmen.

Crimp fordert für dieses Stück Schauspieler, für die der Ensemblegedanke Vorrang hat. Er berichtet von guten Erfahrungen mit der Vermischung improvisatorischer und konventionellerer Herangehensweisen. Er fordert einen Regiestil, der den Text respektiert wie einen „Stacheldraht, an den man die eigenen Ideen und Visionen hängen kann…“

Wir finden, das passt zu uns und zu dem zweiten Kooperationsprojekt des Theaters an der Glocksee mit dem Kleckstheater / hannoversche kammerspiele.

In der Regie von Claire Lütcke spielen neben Helga Lauenstein und Philip Denzel (er spielte bei uns zuletzt den „Astrov“ in „Onkel Vanja“) nicht nur Christoph Linder (aus dem Kleckstheater nicht wegzudenken und nun schon vertrauter Kollege im Theater an der Glocksee), sondern auch der Leiter des Kleckstheaters / hannoversche kammerspiele, Harald Schandry, ist als Schauspieler an dem Experiment beteiligt … Als Musiker ist Mark Eichenseher aus dem Kleckstheater dabei. Ein in Hannover neues Gesicht ist das von Mélanie Fouché, einer Schauspielkollegin aus Berlin. Die Ausstatterinnen (Raum: Ulrike Glandorf, Kostüme: Maren Lepping) wiederum sind seit Jahren an der Arbeit beider Theater beteiligt.