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Neue Presse Hannover, 18. April 2008
Kritik mit einem Lächeln
Von Hanne Lübbehüsen

„Wenn du nicht funktionierst, freut sich ´ne andere“ sagt Molly zu Claire. Sozialkritisch, aber trotzdem humorvoll war der Premierenabend der Komödie „Augusta“ (Regie: Claire Lütcke) im ausverkauften Theater an der Glocksee.
Unterschiedlicher hätten die Charaktere auf der Glockseebühne nicht sein können. Die sarkastische Molly (Helga Lauenstein) müde und abgeklärt in ihren eigentlich besten Jahren, die blutjunge, naive Claire (Laetitia Mazzotti) träumt von ihrer ganz großen Chance. Und nicht zu vergessen der schon fast übertrieben unsympathische Schleimer Jimmy (Christoph Linder).
Molly und Claire leben als Putzfrauen am Existenzminimum. Sie putzen für „die Reichen“. Für eine ältere Dame, in deren Tagebuch zu lesen ist: „Ich beneide die jungen Dinger für ihr einfaches Leben ohne Probleme“. Unfreiwillig komisch wirkt das auf die beiden „Armen“, die mit Jobverlust, Dumping-Löhnen und faulen Ehemännern zu kämpfen haben. Und denen zunächst weder Fleiß noch Ehrgeiz oder Loyalität weiterzuhelfen scheinen. Ihr Chef Jimmy versucht permanent, sie gegeneinander auszuspielen.
Die naive Claire ist hin und her gerissen zwischen Freundschaft und der Chance auf sozialen Aufstieg. Schließlich raufen sich die beiden Frauen aber doch zusammen. Ein von Molly verübter Diebstahl mit der Begründung “Was haben wir denn zu verlieren“ spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle.
Herbe Gesellschaftskritik als Komödie mit Happy End umgesetzt – das verleiht der Inszenierung eine gewisse Leichtigkeit. Und so entließ „Augusta“ die Zuschauer nachdenklich, aber mit einem Lächeln in die Premierenfeier.
(vier von fünf Sternen)