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Kind der Liebe
Nach Motiven des Romans „Erst grau dann weiß dann blau“
von Margriet de Moor

mit Helga Lauenstein, Willi Schlüter, Elias Hohloch / Fabian Wolf

Regie: Claire Lütcke
Bühne: Ulrike Glandorf
Kostüme Maren Lepping
Licht: Alexander Tripitsis
Musik: Ritchie Staringer / Albi Husen

Bühnenbildassistenz Hannah Albrecht
Regieassistenz Nina Messerschmidt
Abenddienst Bernadeta Kuclo

Fotografie Caroline Otteni
Grafik Stefanie Bruhn


Am Anfang der Erzählung, am Ende der Geschichte, wird Magda erstochen, von ihrem Ehemann – weil sie sich nicht fassen lässt; weil sie verschwindet, wiederkommt und keine Antwort gibt.
Es war ein Morgen wie jeder andere: Magda wachte auf und wusste – nach sechzehn Ehejahren – dass sie ein paar Sachen packen und verreisen würde. Sie bleibt zwei Jahre lang weg, dann kommt sie wieder, steht eines abends wie eh und je am Herd, kocht, begrüßt Robert, ihren Mann, in schamlos alltäglicher und beiläufiger Freundlichkeit und – und erklärt nichts. Dabei bleibt es.

Es könnte ein psychologischer Krimi sein. Es ist auf jeden Fall eine Spurensuche. Es ist eine Liebesgeschichten, eine persönlich-politische Geschichte, eine Geschichte von Heimat und Heimatverlust. Eine Liebeserklärung zum Detail. Zum Hier und Jetzt. Der Stoff ist kraftvoll, kühn, gewalttätig, aber nicht finster.

Das sind Fakten: Magda, die Tochter einer Preußin und eines tschechischen Juden, der von den Nazis ermordet wurde, ist mit der Mutter nach Kanada ausgewandert, wo sie als junge Frau ihren Mann kennen lernt, einen Niederländer, mit dem sie nach Europa zurückkehrt – nach Frankreich und in die Niederlande, später, allein, an alle bisherigen Orte ihres Lebens
Von keiner der vielen Fahrten, Flüge und Schiffsreisen, die in diesem Roman unternommen werden, weiß man, ob sie dem Verlassen oder dem Zurückkehren – zeitlich wie räumlich – dienen – sie feiern die Ungewissheit.

„Reisende haben wie Wilde und Tote kein Auge für früher oder später, die Lehren der Geschichte machen uns keine Sorgen, lach jetzt nur mit, iss jetzt nur mit, du bist den Dingen doch auch sonst zugetan!“

Von Margriet de Moor ist in Deutschland gerade erst kürzlich die „Kreutzersonate“ herausgekommen – wieder so eine Geschichte einer rätselhaften, gewaltigen und gewaltsamen Liebe am Rand des Absturzes.
„Erst grau dann weiß dann blau“ war de Moors erster Roman.