Der Tanz der Kulturen
Bildunterschrift: Duell in Worten, Duett im Tanz
von Evelyn Beyer
Von wegen 70 Jungfrauen warten im Paradies auf islamische Märtyrer. 70 getrocknete Rosinen sind's, eine [...] |
Die Insel der Düsternis
Henning Mankells „Lampedusa“ im hannoverschen Theater an der Glocksee
Von Ekkehard Böhm
Von der Decke hängen Stoffbahnen herunter, auf denen christliche [...] |
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Lampedusa
von Henning Mankell
deutsch von Hansjörg Betschart
im S. Fischer Verlag
Premiere am 12. September 2007, 20:00 Uhr
Wiederaufnahme im Winter 2008 / 2009
mit Elena Böhmer, Joanna Kapsch, Helga Lauenstein und Ebrahim Fofana
Regie: Claire Lütcke
Kostüme: Maren Lepping
Raum: Ulrike Glandorf
Licht: Alexander Tripitsis
Regieassistenz: Denise Kahlmann
Fotos: Oliver Hoffmann
Maskenberatung: Martina Lehmann
Tanzberatung: Alexandra Michels
Digitalisierung der Collagen: Joana Schulte
Praktikantinnen im Bereich Bühnenbild: Maitie Richter und Anastasia Wart
„Europas Zentrum liegt auf der kleinen sizilianischen Insel Lampedusa. Dort, wo die Strände übersät sind mit den Leichen der Araber und Afrikaner, die übers Meer in eine bessere Zukunft flüchten wollten.“ sagt Henning Mankell, der weltbekannte Krimiautor. Sein Stück „Lampedusa“ spielt aber nicht auf dieser Insel gleichen Namens - es beackert das Niemandsland zwischen den Kulturen Afrikas und Europas.
„Lampedusa“ ist ein Stück über Ein- und Auswanderung, über die Heimatlosigkeit der Hautfarbe, des Glaubens, der sexuellen Identität, des Frau-Seins, der Kultur und der Sprache. „Lampedusa“ sucht nach der kulturellen Heimat nicht nur für die „neuen“, sondern ebenso sehr auch für die „alten“ Europäer – in einem Europa das gleich gegenüber von Afrika liegt.
Eine schicke, alerte, ebenso emanzipierte wie gestresste – und gelegentlich auch verbitterte – Moderatorin einer Live-Talkshow führt das Vorbereitungsgespräch mit ihrem exklusiven Gast: einer modernen Muslima arabischer Abstammung, geboren in Sambia, aufgewachsen in Europa.
Zwei selbstbewusste, vermeintlich tabulose junge Frauen treffen aufeinander. Die Zeichen für ein gelungenes, elegantes Rede- und Antwort-„Ballspiel“ zur Lockerung herrschender Vorurteile stehen gut. Aber alles geht schief. Die beiden finden nicht zu einer gemeinsamen Sprache. Wissen des Kopfes und Ehrenhaftigkeit der Moral schützen vor Dummheit des Herzens nicht.
Die Gesänge und Improvisationen basieren auf Liedern, die einzelne von uns im Kopf hatten – teilweise ist der Text reine Phantasie, teilweise wissen wir überhaupt nicht, woher wir die Lieder kennen…. Rekonstruieren können wir folgendes:
„Es geht eine dunkle Wolk’ herein“, deutsches Volkslied, vermutlich aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges oder früher, erinnert von Claire Lütcke und Helga Lauenstein
„Den blomstertied nu kommer“, Schwedischer Choral in einer orientalisch anmutenden Version der schwedischen Kolonie Gammalsvenskby in der Ukraine, ca.1900, erinnert von Elena Böhmer
„Josef fran Arimathäa kom“, Schwedischer Choral aus der Region Angermanland in Nordschweden, erinnert von Elena Böhmer
…. Eine arabisch-türkisch-persische (?) Musik, die Elena Böhmer mal irgendwo gehört hat …..
„gerri, gerri, aye…“ …. oder so ähnlich …. Ein indisches Volkslied, das vom Sommer handelt und das Joanna Kapsch von einem Kollegen aus Indien gelernt hat
…. Ein afrikanisches Schlaflied aus Gambia, an das sich Ebrahim Fofana noch aus seiner Kindheit erinnert |