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Kabale & Liebe
von Friedrich Schiller

Premiere am 13. Oktober 2006, 20:00 Uhr


Mit Joanna Kapsch, Lukas Goldbach, Helga Lauenstein, Willi Schlüter, Elena Böhmer

Regie: Claire Lütcke
Raum: Ulrike Glandorf
Licht: Alexander Tripitsis
Kostüme: Maren Lepping,
Praktikantinnen im Bereich Bühnenbild: Chantal Diaz Gornig, Samira Syed
Fotos: Oliver Hoffmann

Ferdinand, ein verwöhnter, jedoch seelisch vernachlässigter junger Mann, Sohn des höchsten Staatsbeamten, Präsident von Walter, hat sich verliebt: in Luise, die einzige Tochter des Stadtmusikanten Miller. Falls Herr und Frau Miller jemals zufriedene und harmonische Tage gehabt haben sollten, so liegen diese weit hinter ihnen. Die Jahre haben beide in die Verdrießlichkeit getrieben, und beide laben sie sich – jeder auf seine egomanische Art - an der Jugend und dem Liebreiz der Tochter.

Dieser Liebreiz sticht seit längerem auch einem gewissen Herrn Wurm ins Auge, welcher nicht nur der Sekretär von Ferdinands Vater ist, sondern vor allem auch dessen Komplize auf den verschlungenen, durchaus kriminellen, wenn nicht gar mörderischen Schleichwegen zur politischen und wirtschaftlichen Macht. Wenn diese beiden Intriganten für ihre bösen Spielchen mal einen Dummen als Strohpuppe brauchen, steht jederzeit der Hofmarschall von Kalb zur Verfügung. Soviel zu den Untertanen!

Sie alle dienen einem exzentrischen Fürsten, welcher im Stück nicht in Erscheinung tritt – wohl aber seine Mätresse, Lady Milford. Sie leidet darunter, dass Vereinsamung und wirtschaftliche Not sie in den goldenen Käfig der Luxus-Prostitution getrieben haben. Als jedoch ihr fürstlicher „Freier“ in Hinblick auf seine Eheschließung das kompromittierende Verhältnis zu ihr zu vertuschen beabsichtigt und auch für sie einen pro-forma-Ehemann sucht, schlägt sie ihm - wie „zufällig“ - den nichtsahnenden Ferdinand vor, in den sie schon lange heimlich verliebt ist und von dem sie sich schwärmerisch die Befreiung aus ihrem Sex-Gefängnis erträumt.
In Unkenntnis dieser Leidenschaft lässt sich der Präsident nur zu gern vor den Karren der Lady spannen: nichts kann ihm willkommener sein, als dass sein Sohn das Ehebett mit eben der Frau teilt, die ihrerseits weiterhin intime Beziehungen zum Fürsten unterhalten soll.... So wird er weiterhin, vom Vater zum Sohn, von Bettkante zu Bettkante, den politischen Willen des Fürsten manipulieren können! Und wie gern will Wurm ihm dabei helfen, Ferdinand von Luise loszureißen! Er ist schon ganz scharf darauf, die arme Verlassene zu „trösten“!
Kabale (das heißt: Intrige) oder Liebe?

Gespielt wird in einem offenen Raum. Gespielt wird um Leben und Tod. Alle Spieler sind immer da. Kostümwechsel finden sichtbar als Teil des Spiels statt. Der moderne Mensch, den Schiller vorhersah und als den wir uns erkennen, muss die Masken wechseln, sein Verhalten trainieren, sich anpassen, sich einfügen – jederzeit. Hält die Liebe dem stand? Wo bleibt die Wahrheit? Kabale und Liebe!