von Christian Lollike
Gastproduktion der
hannoverschen Kammerspiele
Premiere am 9. Januar 2010 um 20:00 Uhr
weitere Vorstellungen am 13., 15., 16. Januar, 3., 5., 6., 12. und 13. Februar
Reservierung unter 0511 81 69 81
Ausgangspunkt des Textes ist die berüchtigte Aussage des
Komponisten Karlheinz Stockhausen, die Anschläge des 11. September seien „das größte Kunstwerk, was es überhaupt gibt, für den ganzen Kosmos“. Vier Personen diskutieren diese These: Hat nicht eigentlich
die Hungersnot in der Dritten Welt weit eher Anspruch auf das besagte Urteil? Das Massaker an der Schule in Beslan oder der Völkermord in Ruanda jedenfalls wohl kaum: Wie soll man das denn beispielsweise professionell vermarkten?
Anschließend übernehmen die Akteure vier weitere Spiel-Figuren:
den Terroristen vom 11. September, die Witwe eines New Yorker Feuerwehrmannes, die missbrauchte Tutsi, das Kind aus Beslan. Bevor kein anderer als Todespilot Mohammed Atta den Schlussmonolog hält.
Autor Lollike sagte zu seiner Tour de Force zwischen Erlebnisbericht,
theoretischer Abhandlung und Reklamerhetorik: „Das WUNDERWERK wirft die Frage auf: Wünscht sich der moderne Mensch im Grunde die Katastrophe? Weil die Katastrophe die Panik erregt, die dafür sorgt,
dass wir endlich etwas anderes als Gleichgültigkeit empfinden?“
Es spielen: Elisabeth Frank, Hanna Legatis, Mustafa Demirkol,
Mark Eichenseher
Regie: Harald Schandry
Bühnenbild: Harald Schandry