Das Vergnügen am Missvergnügen
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Die Schlacht im Zimmer
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Wer hat Angst vor Virginia Woolf ? von Edward Albee
in der Übersetzung von Pinkas Braun - im S. Fischer Verlag – Frankfurt
Premiere am 11. Mai 2005
mit Helga Lauenstein , Willi Schlüter, Elena Böhmer, Sven Gerhardt
Regie: Claire Lütcke
Raum: Ulrike Glandorf
Kostüme: Maren Lepping
Licht: Alexander Tripitsis, ,
erster Akt – Fun and Games – Gesellschaftsspiele
zweiter Akt – Walpurgisnacht – Walpurgisnacht
dritter Akt – The Exorcism – Die Austreibung
Der Autor wurde 1928 in Washington, D.C. geboren und im Alter von zwei Wochen von der Familie Albee adoptiert. Auf den Namen Edward wurde er nach seinem Adoptivgroßvater getauft – dem Besitzer einer Reihe von Vaudeville-Theatern.
Schon als Jugendlicher schrieb und veröffentlichte er Prosa. Von seinen Theaterstücken gelangte erst sein drittes – die „Zoogeschichte“ auf eine Bühne: die Welturaufführung fand mit großer Resonanz 1959 in der Werkstatt des Schiller-Theaters in Berlin statt. Die amerikanische Erstaufführung folgte dann 1960 in einem Doppelprogramm mit Becketts „Krapp’s Last Tape“
1962, im selben Jahr, in dem Edward Albee in der New York Times seinen Essay „Which Theatre is the Absurd One?“ – eine pointierte Auseinandersetzung mit dem Broadway – veröffentlichte, fand eben dort am Broadway mit großem Erfolg auch die Premiere von „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ statt.
Albee sollte den Pulitzer-Preis erhalten – es kam jedoch nicht dazu, da einige Kuratoriums-Mitglieder - gegen den Entscheid der Jury - Sprache und Gegenstand des Stückes für „schmutzig“ befanden.
Den Titel für sein Stück hatte Albee Jahre bevor er es schrieb, als Seifenschrift auf dem Spiegel einer Kneipe in Greenwich-Village entdeckt.
„...und natürlich bedeutet „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ „Wer hat Angst vorm bösen Wolf?“ ... wer hat Angst vor einem Leben ohne Illusionen...“ (Albee 1966)
Im Jahr 1980 vor die Frage gestellt, warum er soviel Hass und Enttäuschung im Familienleben zeige, antwortete Albee „Das Wesen aller Dramen ist der Konflikt. Sie handeln von Menschen, die nicht klar kommen – außer vielleicht in „Ödipus“, wo es allen zu gut ging. ... Es gibt viele Arten und Weisen, wie Familien zusammenhalten. Eine besteht darin, keine Fragen zu stellen, eine andere ist es, alle Fragen zu stellen. Wenn man keine Fragen stellt, bleibt man zusammen bis zum Zerfall – womöglich ohne zu begreifen, warum der Zerfall stattfindet. Und wenn man alle Fragen stellt, kann man möglicherweise eine neue Familienstruktur erschaffen, mit stärkerem Verantwortungsbewusstsein....“
Kritiker haben das Stück als „Zimmerschlacht“ bezeichnet. Der Autor spricht demgegenüber immer wieder von intelligenten, ernsthaften und leidenschaftlichen Spielen. Er empfindet nicht „pity“ –also sentimentales und erniedrigendes Mitleid für seine Figuren, sondern „compassion“ – persönliches Mit-Leiden
So betrachtet findet dieses Drama ein trauriges, kluges, geläutertes – ein gutes Ende. |